Eine persönliche Entscheidung

Vier von dreizehn Sitzen im Gemeinderat.

Als wir fAiR gegründet haben, hätten wir uns vieles vorstellen können – aber ganz sicher nicht, dass wir bei der Kommunalwahl auf Anhieb vier Sitze gewinnen. Dass so viele Menschen uns ihr Vertrauen geschenkt haben, bedeutet mir persönlich unglaublich viel. Dafür möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bedanken.

Mit diesem Ergebnis ist allerdings auch etwas passiert, mit dem ich mich nach der Wahl intensiv beschäftigt habe.

Ich bin selbst über unsere Liste in den Gemeinderat gewählt worden. Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut. Trotzdem war es nie mein persönliches Ziel, selbst im Gemeinderat zu sitzen.

Schon vor der Wahl war für mich klar, dass meine Frau aufgrund ihres langjährigen Engagements in unserem Dorf vermutlich mehr persönliche Stimmen bekommen würde als ich. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, dass sie tatsächlich direkt in den Rat gewählt wurde.

Gleichzeitig hat die Wahl noch etwas deutlich gemacht: Daniel hat doppelt so viele persönliche Stimmen erhalten wie ich. Für mich ist das ein klares Zeichen dafür, dass viele Menschen ihm ihr Vertrauen ausgesprochen haben und ihn gerne im Gemeinderat sehen möchten.

Für mich stellt sich deshalb eine grundsätzliche Frage: Möchte ich selbst im Gemeinderat sitzen, wenn dadurch gleichzeitig ein anderer Kandidat unserer Liste, der bei der Personenwahl deutlich mehr Unterstützung erhalten hat als ich, nicht zum Zuge kommt?

Meine persönliche Antwort darauf ist: Nein.

Denn ich finde, dass ein Haushalt oder eine Familie nicht mehrfach im Gemeinderat vertreten sein sollte, wenn wir gleichzeitig den Anspruch haben, möglichst viele unterschiedliche Menschen einzubeziehen und ihnen die Möglichkeit zu geben, Verantwortung für unser Dorf zu übernehmen.

Genau dafür steht fAiR für mich: Politik für alle zu machen, unterschiedliche Menschen zusammenzubringen und möglichst vielen die Möglichkeit zu geben, sich einzubringen.

Deshalb habe ich mich entschieden, mein Mandat nicht anzunehmen und Daniel die Möglichkeit zu geben, für fAiR in den Gemeinderat einzuziehen.

Das ist kein Rückzug aus fAiR. Ich werde mich weiterhin aktiv in unsere Arbeit einbringen und gemeinsam mit der gesamten Gruppe daran arbeiten, dass aus unseren Ideen konkrete Dinge für Rötgesbüttel werden – nur eben nicht als Ratsmitglied.

Es geht bei fAiR nicht um einzelne Personen. Es geht um die Sache und darum, möglichst viele Menschen einzubeziehen.

Und genau deshalb fühlt sich diese Entscheidung für mich richtig an.

Ich freue mich darauf, Daniel den Weg in den Gemeinderat zu ermöglichen und gemeinsam mit unseren vier Ratsmitgliedern und der gesamten fAiR-Gruppe die nächsten Jahre für unser Dorf anzupacken.

Danke an alle, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben. Wir werden alles daransetzen, diesem Vertrauen gerecht zu werden. 💜

Euer
Marcel